Eine gemütliche Lese- oder Kuschelecke im Jugendzimmer gestalten
In der hektischen Welt von heute brauchen (angehende) Jugendliche einen eigenen Rückzugsort, an dem sie entspannen, lesen und zur Ruhe kommen können.
Je nach Alter des Kindes schafft eine Lese- oder Kuschelecke genau diesen persönlichen Raum für Erholung und Kreativität.
Wenn auch du gerade darüber nachdenkst, dann habe ich hier einige Vorschläge für dich, wie du diese kleine Wohlfühloase im Raum umsetzen kannst.
1/ Den perfekten Platz finden
Nutze Nischen und Ecken
Erker, Raumecken oder der Bereich unter einer Dachschräge eignen sich hervorragend. Bei Dachschrägen solltest du darauf achten, dass die Höhe noch ausreichend Kopffreiheit bietet – idealerweise mindestens 1,50 m im höchsten Bereich der Sitzposition.
Bevorzuge die Fensterbereiche
Natürliches Licht macht das Lesen angenehmer und schafft eine positive Atmosphäre. Achte dabei auf möglichen Lichteinfall zu verschiedenen Tageszeiten.
Eine Ost-Ausrichtung bietet angenehmes Morgenlicht, während Fenster nach Westen nachmittags besonders hell sind. Südausrichtungen können im Sommer sehr warm werden – wenn nötig, ist hier ein leichter Sonnenschutz notwendig.
Raumgröße und Layout berücksichtigen
Idealerweise reservierst du etwa 2-3 m² für eine komfortable Leseecke. In kleineren Zimmern kann eine clevere Raumgestaltung mit multifunktionalen Möbeln helfen, wie z.B. ein Hochbett mit Lesebereich darunter oder ein ausziehbares Podestbett.
2/ Mach eine Sitzgelegenheit zum Herzstück
Gemütlicher Sessel
Ein Ohrensessel bietet Abschirmung und Geborgenheit, während ein Loungesessel mit verstellbarer Rückenlehne flexibler ist.
Besonders beliebt bei Jugendlichen sind auch Hängesessel (Cocoon-Sessel oder Hängematten-Stil), die ein schwebendes Gefühl vermitteln.
Achte aber auf jeden Fall auf eine stabile Aufhängung an Decke oder Wandhalterung und erkundige dich im Zweifel bei einem Statiker oder finde eine alternative Lösung.
Sitzsäcke und Bodenkissen
Moderne Sitzsäcke oder XXL-Bodenkissen eignen sich als vollwertige Sitzgelegenheit, während kleinere Kissen (60x60 cm) als Ergänzung dienen. Achte auf abnehmbare, waschbare Bezüge.
Fensternische ausbauen
Eine maßgefertigte Sitzbank kann genau in die Fensternische eingepasst werden. Idealerweise beträgt die Sitztiefe mindestens 50-60 cm für bequemes Sitzen. Die Höhe sollte etwa 45 cm betragen, damit die Füße noch den Boden berühren können.
Als Polsterung eignen sich Schaumstoffplatten mit unterschiedlichen Härten: festerer Schaumstoff als Basis und weicherer Schaumstoff als obere Komfortschicht. Oder du legst einfach Kissen in die Nische.
Wenn du keine Maßanfertigung machen lassen möchtest, kannst du eine Truhe oder eine Bank vor das Fenster stellen. Das funktioniert natürlich auch hervorragend.
Daybed oder kleine Couch
Ein schmales Daybed oder eine kleine Couch bietet maximalen Komfort. Modelle mit herausziehbaren Schubladen schaffen zusätzlichen Stauraum. Futonmatratzen auf einem niedrigen Podest (oder einer Palette) können eine kostengünstige Alternative darstellen.
3/ Erzeuge Gemütlichkeit durch Textilien
Weiche Kissen und Polster
Kombiniere verschiedene Formen und Größen für optimalen Komfort. Je nach Größe der Ecke wäre eine Grundausstattung etwa 2-3 größere Rückenkissen (50x50 cm oder 60x60 cm), 2-3 kleinere Zierkissen (40x40 cm) und eventuell ein längliches Kissen (30x50 cm) als Nackenstütze. Materialien wie Samt, Cord, Strick oder Baumwolle sorgen für angenehme Haptik.
Kuschelige Decken
Leichte Baumwolldecken für den Sommer und Mikrofaser-oder Wolldecken für die kühlere Jahreszeit ermöglichen vollständiges Einkuscheln.
Teppich oder Fellimitat
Ein weicher Hochflorteppich schafft ein gemütliches Ambiente. Für die Leseecke reicht oft ein kleinerer Teppich von 120x170 cm oder ein runder Teppich mit 120-150 cm Durchmesser. Du kannst auch Kunstfelle als Alternative nehmen; sie sind in verschiedenen Formen erhältlich und passen gut zu modernen Jugendzimmern.
Vorhänge oder Baldachin
Transparente Vorhänge schaffen Privatsphäre ohne zu verdunkeln. Für einen Baldachin-Effekt eignen sich leichte Stoffe wie Musselin oder dünne Baumwolle, die an einem Baldachinring (ca. 40-60 cm Durchmesser) oder an einer Gardinenschiene befestigt werden.
4/ Die richtige Beleuchtung
Leselampe
Ideale Leseleuchten sollten warmweißes Licht streuen.
Verstellbare Stehlampen sollten eine Höhe von etwa 120-150 cm haben und einen schwenkbaren Arm, der optimal gedreht werden kann, so dass das Licht dorthin scheint, wo es gebraucht wird. Klemmleuchten lassen sich platzsparend anbringen und sollten sich möglichst auch etwas biegen lassen.
Stimmungsvolle Beleuchtung
Lichterketten schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Achte auch hier auf "Warmweiß" für gemütliches Licht. Dimmbare Tischlampen mit Touch-Funktion ermöglichen flexible Lichtsteuerung. Sehr beliebt bei Jugendlichen sind auch RGB-LED-Strips mit Farbwechselfunktion, die per Fernbedienung oder App gesteuert werden können.
LED-Streifen
Selbstklebende LED-Streifen lassen sich unter Regalen, entlang von Podesten oder hinter Möbeln anbringen und schaffen indirekte Beleuchtung.
Smart-Beleuchtung
Mit smarten Leuchtmitteln (z.B. Philips Hue, IKEA TRÅDFRI) kann die Atmosphäre per App oder Sprachsteuerung angepasst werden.
5/ Aufbewahrung für Bücher und Medien
Wandregale
Schwebende Wandregale oder Regale mit Wandkonsole sind praktisch. Beachte bitte die Tragkraft, vor allem dann, wenn Bücher auf die Regalbretter gelegt werden sollen. Eine Tiefe von 20-25 cm ist ausreichend für die meisten Bücher. Wenn du sie auch noch etwas hübsch dekorierst, dann wird die Aufbewahrung zum Hingucker.
Rollbarer Bücherwagen (Teewagen)
Mit 3-4 Ebenen und Rollen mit Feststellbremsen bietet er flexible Aufbewahrung. Modelle aus Metall sind robuster, während Holzwagen wärmer wirken. Früher hießen sie Teewagen oder Servierwagen. Heute gibt es sie wieder - zum Beispiel in verschiedenen Farben und Höhen bei IKEA.
Körbe oder Boxen
Rattan-, Stoff- oder Filzkörbe in unterschiedlichen Größen bieten flexible Organisation. Beschriftete oder farbcodierte Boxen helfen beim schnellen Auffinden.
Kleine Wandgalerie
Schmale Leisten können als Präsentationsfläche für die Lieblingsbücher mit nach vorne zeigenden Covern dienen. Gestalte eine Wandgalerie, indem du mehrere Leisten übereinander in unterschiedlichen Längen an der Wand anordnest.
Versteckte Aufbewahrung
Podestsysteme bei Betten oder Sofas mit integrierten Schubladen oder Klappen bieten unsichtbaren Stauraum. Auch hohle Sitzwürfel oder Hocker mit Stauraum sind praktisch und dienen gleichzeitig als zusätzliche Sitzgelegenheit oder Ablagefläche.
6/ Persönliche Note und Individualität
Farbkonzept
Beruhigende Blautöne (z.B. Pastellblau, Taubenblau) fördern Konzentration, Grüntöne (Salbei, Mint) wirken erfrischend, warme Neutraltöne (Beige, Terrakotta) schaffen eine gemütliche Atmosphäre.
Arbeite mit der 60-30-10-Regel: 60% Hauptfarbe, 30% Sekundärfarbe, 10% Akzentfarbe. Akzentfarben können mit der Jahreszeit wechseln – durch austauschbare Textilien wie Kissenbezüge.
Bilder und Poster
Bilderrahmen in einheitlichen Farben schaffen einen zusammenhängenden Look. Eine Galerie-Bilderwand wirkt harmonisch, wenn du 5-7 Bilder in unterschiedlichen Größen, aber in einem einheitlichen Stil gestaltest. In Wechselrahmen können Poster oder Zitate oder auch eigene gemalte Bilder je nach Stimmung schnell ausgetauscht werden.
Persönliche Gegenstände
Auf kleinen hübschen Schalen oder Tabletts lassen sich Lieblingsstücke sammeln und zur Schau stellen. Eine Pinnwand aus Kork oder ein Gitter ist optimal, um die besten Fotos oder Konzertkarten und Postkarten zu befestigen. Am Ende entsteht daraus eine kleine persönliche Collage.
7/ Praktisches Zubehör
Kopfhörerhalter
Wandmontierte Halterungen oder Tischständer schonen hochwertige Kopfhörer. Modelle mit integrierter USB-Ladefunktion sind besonders praktisch für kabellose Kopfhörer, aber am Anfang reicht vielleicht auch ein einfacher Haken an der Wand.
Kleine Schreibunterlage
Klemmbretter aus Holz oder recyceltem Material sind platzsparend. Kleine Lapdesks mit Kissenunterseite ermöglichen bequemes Schreiben im Sitzen.
Lesezeichen-Sammlung
Eine kleine Schale für verschiedene Lesezeichen verhindert das ständige Suchen. (Diese Idee kam mir, als ich in einem Deko-Laden Lesezeichen in einer kleinen Schale sah - ich finde die Idee einfach großartig! )
Alle Fotos Ferm Living
8/ Budget Tipps
Eine gemütliche Leseecke muss nicht teuer sein. Bevor du alles neu kaufst, schau dich einmal in deinem Zuhause um und “gehe shoppen”. Vielleicht findet sich in einem anderem Raum oder auf dem Dachboden oder Keller noch etwas, was nun ins Jugendzimmer umziehen kann. Oder frage Freunde und Familie, ob ein Möbelstück zu dir wandern darf.
Upcycling
Alte Matratzen können mit neuen Bezügen und Schaumstoffplatten zu gemütlichen Sitzflächen werden. Alte Stühle lassen sich mit 1-2 m Stoff und einem Tacker neu beziehen. Kisten oder Palletten können mit Schleifpapier und Farbe zu Beistelltischen oder niedrigen Podesten umfunktioniert werden.
DIY-Projekte
Selbstgenähte Kissenbezüge aus Stoffresten oder alten T-Shirts kosten nur das Material für Reißverschlüsse. Wandregale aus Treibholz oder Ästen mit Seilen aufgehängt kosten fast nichts. Selbstgemachte Fotocollagen in einfachen Rahmen schaffen persönliche Dekoration.
Second-Hand-Möbel
Kleinanzeigen, Flohmärkte oder Sozialkaufhäuser bieten oft gut erhaltene Sessel oder kleine Sofas. Mit neuen Bezügen oder dekorativen Überwürfen wirken sie wie neu. Achte auf solide Grundkonstruktionen – Polster lassen sich leichter erneuern als Rahmen reparieren.
Saisonale Angebote
Kissenkollektion werden oft zum Saisonende reduziert. Lichterketten und Dekoartikel sind nach Weihnachten besonders günstig. Sommerschlussverkäufe bieten günstige Outdoor-Textilien, die auch indoor funktionieren.
Kostengünstige Alternativen
Statt teurer Designerlampen können Baumarktleuchten mit einfachen Hacks verschönert werden. Alte Vorhänge aus dem Elternhaus kann man einfärben oder in neue Formen schneiden und als Baldachin nutzen. Mit Sprühfarbe verwandelst du unterschiedliche Deko-Objekte in eine einheitliche Farbfamilie.
9/ Flexible Raumgestaltung für wechselnde Bedürfnisse
Jugendzimmer müssen oft verschiedene Funktionen erfüllen. Da gilt es kreativ zu denken. Hier sind einige Ideen. Schau mal, ob sich davon etwas in dein Zimmer einfügen läßt, was schick aussieht und auch noch eine weitere Funktion erfüllt (denke an mehr Stauraum, Übernachtungsgäste…).
Modulare Systeme
Bewegliche Trennwände auf Rollen schaffen flexible Raumteiler. Leichte Vorhänge an Deckenschienen können bei Bedarf zugezogen werden. Klappbare oder zusammenrollbare Sitzelemente sparen Platz, wenn sie nicht gebraucht werden.
Multifunktionale Möbel
Denke über Sitzpoufs mit Stauraum nach, denn sie dienen als zusätzliche Sitzgelegenheit für Freunde. In einem kleinen Zimmer bieten klappbare Wandtische bei Bedarf zusätzliche Ablagefläche.
Tag-und-Nacht-Konzepte
Bei sehr begrenztem Platz kann die Leseecke abends mit zusätzlichen Matratzen oder ausziehbaren Elementen zum Gästebett werden. Mit passenden Verstaumöglichkeiten für Tagesdecken und Kissen bleibt die Umwandlung einfach.